Heinrich von Kleist, Michael Kohlhaas - Inhaltsangabe

585 Wörter, 3.950 Anschläge


Michael Kohlhaas, ein Roßhändler, der an den Ufern der Havel lebt, will mit einer Anzahl Pferden ins Sächsische, findet aber bei einer Burg auf sächsischem Gebiet einen Schlagbaum, der früher nicht dort war. Der Schloßvogt teilt ihm mit, daß die Pferde nur mit landesherrlicher Erlaubnis und gegen Zahlung einer Gebühr passieren dürften. Nachdem auch noch der Junker Wenzel von Tronka, der Schloßherr selbst, eingeschaltet worden ist, behält man als Pfand zwei Rappen Kohlhaas' zurück, zu deren Pflege dieser einen zuverlässigen Knecht zurückläßt. In Dresden erkennt Kohlhaas, daß die Forderung des Junkers reine Willkür ist. Als er seine Rappen in Empfang nehmen will,sind diese abgemagert. Gleichzeitig erfährt Kohlhaas, daß sein Knecht mißhandelt und davongejagt wurde. Er läßt die Pferde zurück und erhebt in Dresden Klage bei Gericht. Nach Monaten erfährt er, daß die Klage abgewiesen wurde, weil Verwandte des Junkers hohe Ämter am sächsischen Hofe inne haben. Auch eine Eingabe an den Landesherrn, den Kurfürsten von Brandenburg, bleibt erfolglos. Bei der Übergabe der Bittschrift, die durch Kohlhaasens Frau Lisbeth erfolgt, wird diese von der Schloßwache, ungewollt getötet. Kohlhaas verkauft nun alle seine Besitztümer, bewaffnet seine Knechte, brennt Tronkas Burg nieder und tötet alles, was sich ihm in den Weg stellt. Tronka selbst gelingt die Flucht nach Wittenberg. Kohlhaas, dessen Schar immer mehr anwächst, zündet die Stadt mehrmals an und schlägt alle ihm entgegentretenden Abteilungen. Der mit 500 Mann heranziehende Prinz Friedrich von Meißen wird von Kohlhaas bei Mühlberg überfallen und zurückgeschlagen. Da erreicht den Roßhändler im Schloß von Lützen eine Mahnung Martin Luthers, den Kohlhaas sehr verehrt. Sofort macht er sich in Verkleidung zu Luther auf, und dieser verspricht ihm, sich beim Kurfürsten für für ihn einzusetzen. Kohlhaas erhält das Versprechen freien Geleits nach Dresden und gerichtliche Verhandlung seiner Angelegenheit. Sofort löst Kohlhaas seine Schar auf und begibt sich nach Dresden, wo auch der Junker Wenzel von Tronka eingetroffen ist. Die Nachforschungen nach den verschwundenen zwei Rappen haben zum Ergebnis, daß ein Abdecker aus Döbbeln sie nach Dresden bringt, wo schließlich der Kämmerer Kunz von Tronka auf der Straße mit ihm unterhandelt. Der hinzugerufene Michael Kohlhaas bejaht die Frage, ob die Rappen sein Eigentum seien. Als der Kämmerer die Tiere erhandelt und sie in Kohlhaas’ Haus führen lassen will, ergreift die Volksmenge gegen den Junker Tronka Partei, und die beiden Rappen müssen in die Obhut des Dresdner Abdeckers gegeben werden.
Eine neue Verwicklung für Kohlhaas entsteht dadurch, daß Nagelschmidt, ein Mitglied von Kohlhaasens ehemaliger Bande, mit allerlei zwielichtigem Gesindel Raubzüge an der böhmischen Grenze unternimmt. Als Kohlhaas für acht Tage in seine brandenburgische Heimat reisen will,verweigert man ihm die Pässe und bewacht ihn in seinem Hause wie einen Gefangenen. Zu allem Unglück wird in der Nähe von Dresden ein Knecht Nagelschmidts mit einem Brief an Kohlhaas aufgegriffen, in dem diesem die Führung des Räuberhaufens angetragen wird. Man läßt den Knecht den Brief abgeben, Kohlhaas beantwortet ihn zustimmend. Darauf wird er in Ketten gelegt und zu Rad und Galgen verurteilt.
Doch der Kurfürst von Brandenburg reklamiert Kohlhaas als seinen Untertan, und dieser wird ausgeliefert. Der Versuch des Kurfürsten, die beim Kaiser gegen Kohlhaas eingereichte Klage wegen Landfriedensbruch wieder zurückzunehmen, scheitert. So wird der Roßhändler zum Tode durch das Schwert verurteilt. Kohlhaas hat noch die Genugtuung, alle seine Forderungen an Wenzel von Tronka erfüllt zu sehen: Der Junker wird mit zwei Jahren Gefängnis bestraft, die Rappen Kohlhaas' wurden dick gefüttert, und er hat Schadenersatz erhalten. So geht er gefaßt in den Tod. Seine Söhne aber läßt der Brandenburgische Kurfürst in der Pagenschule erziehen und schlägt sie zu Rittern.


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