Juliane von Krüdener: Die Frau, die den Weltuntergang verkündete und die Herrschaft der Türken über Europa prophezeite

Vortrag von Ulrich Grammel

Dienstag, 31. Januar 2006, 20 Uhr, Heilbronn, Kaffeehaus Hagen, Christophstr. 13

Gemeinschaftsveranstaltung von Literarischem Verein Heilbronn und Kleist-Archiv Sembdner

Bitte Veranstaltungsort beachten: Aus feuerpolizeilichen Gründen dürfen im Konferenzraumdes Kleist-Archivs Sembdner im K3 keine öffentlichen Veranstaltungen mehr durchgeführt werden!


Mit ihrem Namen verbindet sich der Endpunkt eines Zeitalters, die "Heilige Allianz"des Jahres 1815 nach der endgültigen Niederlage Napoleons: Juliane von Krüdener (1764-1824). In Riga in eine reiche und bedeutende Adelsfamilie, der Vietinghoffs, hineingeboren, wurde sie im Alter von 18 Jahren - 1782 - mit dem Diplomaten Burchard von Krüdener verheiratet.

Im Mai 1789, dem Jahr der Französischen Revolution, verließ sie, 25 Jahre alt und seit sieben Jahren verheiratet, Mann und Kinder und zog los auf der Suche nach Leben und Abenteuern. Als sie alles erlebt hatte, was die Welt ihren Jüngerinnen bieten konnte (vor allem viele intensive Liebesabenteuer), kehrte sie, von Unglück verfolgt, nach Deutschland zurück.

Katharinenplaisir (Cleebronn), Schluchtern (Mühle), Rappenhof (Weinsberg) und Heilbronn (Rauch'sches Palais) waren die Orte in und um Heilbronn, in denen die Krüdener in den Jahren 1809 bis 1815 lebte, wirkte und entweder vertrieben wurde oder Geschichte machte.

Die erste Begegnung mit Zar Alexander in der Nacht vom 4. auf den 5. Juni 1815 im Rauch'schen Palais am Marktplatz in Heilbronn war, obwohl von beiden beschrieben, ausgesprochen ungewöhnlich und lieferte einem Heiligenlegendenschreiber, der nach Zeichen des Wirkens der Vorsehung sucht, Stoff genug; es war Julianes Eintritt in die Geschichte. Auf Einladung des Kaisers folgte sie ihm über Heidelberg nach Paris.