Die Hermannsschlacht

Stummfilm mit Live-Musik von Andreas Benz und historischer Einführung

19. November 2009, 19 Uhr, Heilbronn-Böckingen, Auferstehungskirche (Sonnenbergstr. 19)
Veranstaltung des Kleist-Archivs Sembdner in Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde Böckingen und dem Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium
Eintritt frei, Spende erwünscht


Die Schlacht im Teutoburger Wald im Jahr 9 n. Chr. gilt als eine Art Gründungsmythos der deutschen Nation. Seit vielen Jahrhunderten wird der Sieg Hermanns und der mit ihm verbündeten germanischen Stämme über die römische Besatzungsarmee unter Varus auch für die politische Propaganda verwendet. So etwa in Heinrich von Kleists "Hermannschlacht" von 1808, in der Hermann jedes Mittel gegen die Besatzungstruppen recht ist. "Schlagt sie tot, das Weltgericht / Fragt euch nach den Gründen nicht", formuliert Kleist sein Programm des totalen Widerstands. Und nicht ohne Grund erhebt der Hermann des Hermann-Denkmals von 1875 in Detmold sein Schwert in Richtung Westen, in Richtung des "Erzfeindes" Frankreich.

Der Stummfilm von 1924, der erst 1990 in einem Moskauer Archiv wiedergefunden wurde, zeigt, wie der Mythos Hermann instrumentalisiert wird. Waren mit den römischen Besatzungssoldaten bei Kleist die Franzosen unter Napoleon gemeint, die es zu vernichten galt, so wußte in den 1920er Jahren jeder, daß diesmal die Franzosen und die Belgier gemeint waren, die 1923 das Ruhrgebiet besetzt hielten.

2.000 Jahre nach der Schlacht im Teutoburger Wald, im Jahr 2009, wird an das Ereignis in zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen erinnert, so in Nordrhein-Westfalen, wo große Ausstellungen unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin und des Präsidenten des Europäischen Parlaments stattgefunden haben. Das Kleist-Archiv Sembdner zeigt den Film mit Live-Musik von Andreas Benz als historisches Dokument.