Helene-Lange-Realschule Heilbronn und Kleist-Archiv Sembdner

Zauberformel GFS, damit Lernen Spaß macht

Kleinprojekte ermuntern Realschüler zur Selbsttätigkeit


Kleist-Archiv Sembdner und Schule - ein Kooperationsfeld, das - zugegeben - die geringen personellen Möglichkeiten eines Eineinhalbpersonenbetriebs übersteigt, wiewohl wir uns natürlich bewußt sind, daß beide Welten zueinander kommen müssen - und können. Um so größer waren Überraschung und Freude, daß in nachfolgendem Fall die Iniative von der Schule, genauer gesprochen: vom Rektor der Helene-Lange-Realschule in Heilbronn, Norbert Jung, ausgegangen ist und für beide "Welten" fruchtbar werden konnte. G.E.

Daniela Gülec vor Stefan Kölzers Kleist-Archiv-Info Zwei, die sich freuen: Rektor Norbert Jung und Günther Emig Schüler der Klasse 10 a präsentieren mit dem Kleist-Info-Plakat eines ihrer GFS-Projekte (1. v. l.: Stefan Kölzer)

In den Klassenstufen acht und neun ist sie Pflicht, aber die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler empfindet die GFS, eine den üblichen Klassenarbeiten gleichwertige Leistungsfeststellung, als willkommene Möglichkeit, in einem selbst gewählten Fach noch besser zu werden. Dies stärkt nicht nur die Entscheidungsfreudigkeit, sondern entwickelt die Schlüsselkompetenzen, über die ein Schüler heutzutage unbedingt verfügen sollte, systematisch weiter ... und macht auch noch Spaß. Wie sonst wäre es zu erklären, dass Schüler der Helene-Lange-Realschule Heilbronn auch in den Abschlussklassen - freiwillig versteht sich - Themen für "ihre GFS" suchen und auch finden.

So forschten einige der Sechzehnjährigen im Heilbronner Stadtarchiv nach Hintergründen bisher wenig bekannter Heilbronner Postkartenmotive, etwa dem "Haus Saame" oder dem Kriegsverwundetenheim der Jahre 1915 bis 1918. Andere Schüler mühten sich durch Oberamtsbeschreibungen, um zu Detailinformationen württembergischer Gemeinden zu kommen. Wieder andere beschäftigten sich damit herauszufinden, wann und wie der Neckarkanaldurchstich in den Fünfzigerjahren realisiert wurde, welche Entwicklung die Heilbronner Firma G. A. Pfleiderer genommen hatte oder was es mit der Schmalspurlokomotive auf dem Gaffenberg auf sich hat. Selbst bei traditionellen Aufgabenstellungen zu den aktuellen Problemen der NATO oder der kaum mehr im Bewusstsein der Menschen verankerten Westeuropäischen Union steht bei allen Schülern die selbsttätige Aufgabenlösung im Vordergrund, natürlich auch die Anwendung sozialer Kompetenz, um Kontakte zu helfenden Partnern aufzubauen.

Günther Emig, Direktor des Heilbronner Kleist-Archivs Sembdner, war denn auch ganz begeistert und sofort kooperativ, als Stefan Kölzer einen Termin von ihm erbat, um Infos und Materialien für ein Kleist-Archiv-Plakat zu erhalten, das jetzt als "Info-Träger" die Helene-Lange-Realschule ziert. Stefan findet seine Arbeit gelungen: "Man sieht, dass man was Gutes leisten kann." Und Direktor Günther Emig, der extra zur Präsentation in die HELA gekommen war, lobt die hohe Motivation des Helene-Lange-Realschülers. Dessen Klassenkamerad Christian Walz sagt, dass es einfach Spaß mache, z. B. zu geschichtlichen Themen zu recherchieren. Dies bestätigt auch Mitschülerin Daniela Gülec: "Die Begegnung mit dem Stadtarchiv Heilbronn war sehr interessant, nicht nur weil die Mitarbeiter so zuvorkommend waren, sondern auch, weil über Heilbronn so viel Material vorhanden ist." (tg)