Kleist-Archiv Sembdner

Veranstaltungen 2008


28. Januar 2008, 20 Uhr, Heilbronn, Kolping-Bildungszentrum
Wie das "Käthchen" vergewaltigt wurde

Das Heilbronner Leib- und Magenstück in Wort und Bild
Vortrag von Günther Emig, Direktor des Kleist-Archivs Sembdner
Eine Veranstaltung des Literarischen Vereins Heilbronn e.V.

Der Vortrag zeichnet die Wirkungsgeschichte des Stücks nach und verdeutlicht, wie ein literarisches Werk für seine jeweiligen Rezipienten "passend" gemacht wurde.


2. März 2008, 11 Uhr, Heilbronn, Schießhaus
Autorenlesung Robert Löhr, Das Erlkönig-Manöver

Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Literarischen Verein Heilbronn e.V.

Mit Witz und Sachkenntnis beschert uns Robert Löhr dieses pfiffige deutsche Wintermärchen aus der Zeit der Romantik. Ein mitreißendes historisches Abenteuer um die Ikonen der deutschen Literatur.

"Goethe, mein Freund, ich bitte dich: Bekämpfe diesen Feind!" Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe hat mit einigem gerechnet, als er an einem Februarmorgen 1805 ins herzogliche Schloß gerufen wird. Hätte er allerdings geahnt, dass Fürst Karl August ihn dazu ausersehen hat, Napoleon zu stürzen, wäre er wohl lieber zu Hause geblieben. Stattdessen befindet er sich wenig später in Begleitung seines Freundes Friedrich von Schiller und des reiseerfahrenen Alexander von Humboldt auf dem Weg ins französisch besetzte Mainz, um den wahren König von Frankreich zu befreien. Doch der Auftrag ist weitaus vertrackter als erwartet. Nacheinander kommen ihm die Bonapartis­ten, die Royalisten und die Romantiker in die Quere, und die Reise wird zur tödlichen Jagd quer durch Deutschland bis tief in den Schoß des Kyffhäusers.

"Herrlich flott liest sich dieser große historische Roman, der den großen Vorbildern der klassischen Mantel-und-Degen-Geschichte eines Alexandere Dumas folgt ... So blitzgescheit und gewitzt kann Literaturgeschichte sein!" (Focus)


6. April 2008, 11 Uhr, Heilbronn, Schießhaus

Heinrich von Kleists journalistische Abenteuer

Vortrag von Jens Bisky

Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Literarischen Verein Heilbronn e.V.

Als Totgesagter kam Heinrich von Kleist Anfang 1810 nach Berlin und mußte wieder einmal einen Weg zurück ins bürgerliche Leben suchen. Nachdem andere Hoffnungen sich zerschlugen, stürzte er sich schließlich in ein neues Abenteuer: Sechs Monate lang gab er die "Berliner Abendblätter" heraus, war zugleich deren allein verantwortlicher Redakteur und wichtigster Mitarbeiter. In dieser Zeitung hat er einige seiner bekanntesten Texte publiziert, in zugespitzten Meldungen sowie Anekdoten eine eigene Form für die Geschichtsschreibung des Tages gefunden. Dennoch ist die journalistische Karriere Heinrich von Kleists kein erfreuliches Thema, vielmehr eine traurige Geschichte.

Jens Bisky, dessen Kleist-Biographie im Herbst 2007 erschien, berichtet über die zeitgeschichtlichen und journalistischen Hintergründe des Unternehmens und zeigt, wie in diesem Augenblick noch einmal wesentliche Motive von Kleists Leben aufscheinen.